PROGRAMM 2024



Sonderausstellung im Keller
Dienststelle Marienthal –
Reise in den Regierungsbunker
23. Juni –  03. November 2024


• Frühjahr 2023, 40 Studierende der HAWK, Hildesheim, Fakultät Gestaltung, Fachbereich Fotografie, begeben sich auf den Weg in den 450 km entfernten ehemaligen Regierungsbunker der Bundesrepublik, die sogenannte Dienststelle Marienthal oder den Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidi­gungsfall, so der Amtsjargon. Das geschichtsträchtige, 19 km lange oder 88.000 m² große Bunkersystem hätte 3000 Regierungsmitgliedern das Überleben im Falle eines atomaren Schlagabtauschs ermöglicht – für 30 Tage. 2004 ist das Bauwerk – der Euphemismus für die Zerstörung ist der Rückbau, bis auf einen 200 m langen Eingangsbereich im Osten der Anlage, komplett entkernt worden – die Unterlagen dazu bleiben für die kommenden 40 Jahre Verschlusssache. Jetzt durften die Studierenden als erste Besucher überhaupt, das für die Öffentlichkeit gesperrte System betreten und dort Bilder machen – Inszenierun­gen, die ihresgleichen suchen.



Bernhard Springer
GHOSTS – Aktuelle Acrylmalerei auf Leinwand
10. März – 07. April 2024


• GHOSTS ist die aktuelle Werkreihe des Münchner Künstlers Bernhard Springer. Sie zeigt maskierte Ausschnitte von Wirklichkeit. Zeitgenössisches wird mit Archaischem verbunden und erzeugt eine Art von magischen Realismus. Die besondere visuelle Wirkung der Bilder entsteht durch die alleinige Verwendung von Spraydose und Lackrolle für die Acrylmalerei auf ungrundierter Leinwand. Der Titel ist inspiriert durch den australischen Spielfilm GHOSTS  … OF THE CIVIL DEAD von John Hillcoat mit Nick Cave.

Bernhard Springer, geb. 1955 in Hannover, ausgebildeter Wissenschaftler in Germanistik & Analytischer Philosophie (Dr. phil, M. A.) und seit 1980 praktizierender Künstler, verheiratet, drei Kinder, lebt seit 1976 im Münchner Westend, arbeitet seit 1996 in den Domagkateliers, seit 2010 verstärkt als Kurator Kunst & Wissenschaft. Diverse Einzel- & Gruppenausstellungen im In- und Ausland, Koopertionen & ­ehrenamtliche Vereins­tätigkeiten, Buchveröffentlichungen und Filme. Zur Ausstellung erscheint der Werkkatalog GHOSTS im icon Verlag.



Nikolaus Reinecke
Auf Augenhöhe – Akt- und Portraitmalerei
10. März – 07. April 2024


• Man kann den Titel der Ausstellung »auf Augenhöhe« wörtlich nehmen: Wer Nikolaus Reineckes Gemälde aufmerksam und ein wenig analytisch betrachtet, wird feststellen, dass die Augenhöhe des Künstlers sich meist mit der Augenhöhe der portraitierten Person deckt. Oft liegt sie sogar noch darunter. Das ist zunächst ein formaler Aspekt. 

Wir können im Begriff »auf Augenhöhe« jedoch auch die tiefere Bedeutung sehen: Nikolaus Reinecke portraitiert sein Gegenüber mit großem Respekt. Die Gemälde zeigen die Würde, die jeder Mensch für ihn besitzt, der sich in sein Atelier begibt, um sich portraitieren zu lassen.

Nikolaus Reinecke, geb. 1959 in Bremen; Abitur, Zivildienst, Tischlerausbildung, Gesellenjahre, Meisterprüfung; Studium Produktdesign in Hildesheim; seitdem freiberuflicher Künstler und Lehrender an HAWK und Uni; Privatunterricht, Auftragsarbeiten.



Wiesław Smętek
Malerei und Illustrationen
14. April – 12. Mai 2024


• Über Wieslaw Smętek schreibt der Herausgeber der Wochenzeitung 

DIE ZEIT Giovanni di Lorenzo: »Man täte Smętek Unrecht, wenn man ihn einfach als Illustrator oder gar »Photoshop-Künstler« abstempeln würde. Keine Frage: Er ist ein Virtuose am Computer, so perfekt wie er beherrscht wohl keiner das Bildbearbeitungsprogramm. Aber seine Lieblingsdisziplin ist das nicht. Smętek ist ein Allrounder, vor allem auch ein begnadeter Maler, der mit Bleistift, Pastellkreide und Öl arbeitet.« 

Wiesław Smętek ist Illustrator, Grafikdesigner und Maler. Er wurde 1955 in Polen geboren und studierte an der High School of Fine Arts in Bydgoszcz und an der Akademie der Schönen Künste in Danzig. Seit 1981 arbeitet er als unabhängiger Illustrator und Maler. Er erstellte über 1.000 Cover und über 3.000 Illustrationen u.a. für DER SPIEGEL, STERN, FOCUS, GEO, DIE ZEIT, CAPITAL, HÖRZU und SZ. 2014 widmete ihm das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg eine Einzelausstellung mit dem Titel »Covers and More«. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland.



Leonid Keller
Fragments of the Untold
14. April – 12. Mai 2024


• Das in Berlin ansässige Künstlerduo Leonid Keller besteht aus Julia Ossko und Eugen Schulz. Seit 2013 arbeiten die beiden Künstler ausschließlich als Duo zusammen. In ihren Werken nutzen sie hauptsächlich dokumentarisches Bildmaterial, das unser kollektives Bildgedächtnis beschreibt. Sie arrangieren es neu zu fiktiven Konstellationen aus Bild, Text, Form, Farbe und Objekt. Dadurch lösen sich die geschichtlichen und zeitlichen Bindungen des Materials auf, und es entstehen neue Narrative. Leonid Keller geht es dabei um die Entwicklung einer Bildgebung, die einen neuen Zugang zu vorherrschenden Sichtweisen schafft.

In »Fragments of the Untold« präsentiert Leonid Keller alte und neue Arbeiten verschiedener künstlerischer Disziplinen als geschlossene Installation. Julia Ossko hat Kommunikationsdesign an der FHTW Berlin studiert, Eugen Schulz hat Gestaltung an der HAWK Hildesheim studiert. Zahlreiche Arbeitstipendien, darunter von der Hans Charlotte Krull Stiftung und der Akademie der Künste Berlin. Ausstellungen unter anderem in München, Zürich und Berlin.



The vanishing
parapluie (andrée julikà tavares u. gianluca monnier)
19. Mai – 16. Juni 2024


• Das Duo Parapluie, bestehend aus den Künstlern Andrée Julikà Tavares (CH, 1971) und Gianluca Monnier (CH, 1971), thematisiert in einer umfassenden Installation zwischen Realität und Fiktion, zwischen Objekt und individueller Subjektivität die Manipulation der Wahrnehmung und die Fragilität der gesellschaftlichen Codes. The Vanishing präsentiert sich als ein großes persönliches Tagebuch, in dem Readymade, Fotografie, Objekte, biografische Bezüge, Malerei und Video mehrdeutig nebeneinander bestehen können.

Die Arbeit von Andrée Julikà Tavares und Gianluca Monnier ist zwischen künstlerischem Schaffen und der Herstellung von Dokumentarfilmen aufgeteilt. Tavares hat einen Master-Abschluss in Kunst und Medien von der Haute école d’art et de designd in Genf (CH), Monnier wurde hauptsächlich im Bereich der elektronischen Medien ausgebildet. Ihr Duo parapluie entstand nach einem künstlerischen Aufenthalt am Schweizer Institut in Rom.



Gerd Günter, Michael Jörns
2weitWeise
19. Mai – 16. Juni 2024


• Die Ausstellung zeigt auf sehr unterschiedliche Weise entstandene Arbeiten der beiden Hildesheimer Fotografen in einem teils sich ergänzenden und gegenseitig kommentierenden, teils kontrapunktisch aufgebauten Dialog. Ausgangspunkt bilden neben formalen Gegebenheiten wie Farbigkeit, Struk­turen oder Formanalogien auch hintergründig vorhandene inhaltliche Verbindungen, die es dem Betrachter ermöglichen, zwischen den Bildern eine eigene assoziative Vorstellung zu entwickeln. Die Arbeiten sind bei vergleichbaren Themenstellungen jeweils unabhängig voneinander entstanden. Während Michael Jörns ausschließlich mit und auf dem Smartphone arbeitet, entstehen die Fotografien von Gerd Günter eher in einem traditionellen Aufnahme- und Arbeitsprozess. 

Gerd Günter, geb. 1951 in Herford, Studium an der HBK Braunschweig, lebt und arbeitet in Hildesheim. 

Michael Jörns, geb. 1956, Studium Foto/Filmdesign an der FHS Bielefeld, lebt und arbeitet in Hildesheim.



Fotografie an der HAWK
2023 – 2024
23. Juni – 04. August 2024


• Frühjahr 2023, die Exkursion in den ehemaligen Regierungsbunker (siehe Ausstellung im Keller) führte uns auch in das jüngst offengelassene Ursulinen­kloster in Bad Neuenahr und in die von der Flutkatastrophe gezeichnete Stadt. Es entstanden spannende Inszenierungen, die nicht im Kontext eines klösterlichen Lebens stehen und eigene Fantasieräume entwickeln. Daneben finden wir auch eher künstlerisch, dokumentarische Aufnahmen, die die Beseeltheit leerer Räume transportieren und nachdenklich stimmen. Bad Neuenahr selbst wurde in einer Bachelorarbeit zum großen Thema, das sensibel den Ist-Zustand dokumentiert und über die Ästhetik der Bilder, tief in das Bewusstsein der Betrachter vordringt. Schacht Konrad, ebenfalls eine Abschlussarbeit, entführt in das 1000 m unter der Erde gelegene Atommülllager und eröffnet erstmalig den Blick auf eine sonst verborgene Welt und ein Thema von internationaler Brisanz.

Last but not least sind die Ergebnisse einer zweiten Exkursion aus 2023 nach Wünsdorf, einer ehemaligen Garnisonsstadt, südlich von Berlin zu sehen, so wie die Ergebnisse der Klassen des Sommersemesters 24.



Arnd Chr. Müller
Soul Matter
11. August – 08. September 2024


• Nachdem Arnd Christian Müllers Ausstellung coronabedingt zweimal abgesagt werden musste, freuen wir uns sehr, dass sie 2024 endlich gezeigt werden kann. In seinem Werk geht es um die Schönheit in der Neuanordnung alltäglicher Objekte. Er überträgt einfache, vertraute Gegenstände in neue Kontexte und macht auf diese Weise ihre eigentliche Bedeutung sichtbar. Vertraute Gegenstände und einfache Techniken wählend, kreiert er eine augenscheinliche Spannung zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten, zwischen Simplizität und Komplexität. Der Betrachter findet leicht eine Verbindung zu einem wohlbekannten Objekt. 
Die Neuinterpretation ist jedoch oftmals überraschend und lädt dazu ein, die Spannung zwischen einem alten und einem neueren Bewusstsein zu erleben. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Relativität der Werte und dem Wert von Kreativität. Sie zeigt, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner einzelnen Teile.

Arnd Christian Müller, geb. 1969, lebt und arbeitet seit 2000 in Peking, China.



Małgorzata Konwerska, Jerzy Joachimiak
INNEN/AUSSEN
11. August – 08. September 2024


• Der Mensch – ein rätselhaftes Wesen. Ein Blick hinter seine Fassade ergibt keineswegs ein kohärentes Bild. Vielleicht ist er gerade deshalb so interessant als Hauptthema 

für künstlerische Gestaltungsspiele. 

Es öffnet sich ein Raum für freie Interpretation – sowohl für die Künstler als auch für die Betrachter.

Jerzy Joachimiak, geb. 1944 in Kielce, Polen; Studium an der Hochschule für Künste in Poznan, Polen; seit 1970 freischaffend tätig mit dem Schwerpunkt Zeichnen; seit 1983 wohnt er in Hannover.

Małgorzata Konwerska, geb. 1943 in Posen, Polen; 1964 – 1070 Studium im Fach Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Posen; seit 1983 wohnt sie in Hannover.



Inge Marion Petersen
Zeichnungen/Objekte
15. September – 13. Oktober 2024


• Inge Marion Petersen beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den nahezu unerforschten Zwischenwelten, der Terra Incognita und ihren vielfältigen hybriden Lebensformen. Die Intention ist das Sichtbarmachen des Verborgenen, die ihm zustehende Bedeutung zu geben.

Sie erschafft ihre Wesen nicht nur auf dem Papier, sondern transformiert sie inzwischen auch in die Dreidimensionalität. Aktuell beschäftigt sich die Künstlerin mit der Welt der Insekten. Sie zeichnet nicht nur, sondern näht ihre Mischwesen mit ihren verschiedenen Lebensformen aus über 120 Jahre altem handgewebtem Leinen.

Inge Marion Petersen, geboren und aufgewachsen an der dänischen Grenze bei Flensburg, Studium der Bildenden Kunst an der FH Hannover, Diplom und Meisterschülerin bei Prof. Verena Vernunft. Seitdem freischaffend tätig, zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, lebt und arbeitet in Hannover.



Erwin Legl
Then and now
15. September – 13. Oktober 2024


• Erwin Legls künstlerische Arbeit kann man verstehen als Nachdenken, als Erinnern, als Vergegenwärtigung. Seine künstlerische Arbeit kann man aber auch als Vordenken auffassen, als Erfindung, um Zukünftiges einzukreisen, zu präzisieren. 

Die Zerbrechlichkeit des Materials entspricht der inneren Poesie der Formen­sprache, Arbeitsspuren sind offen sichtbar. Sein Weiß wirkt wie eine atmende Haut über den Skulpturen. Es bildet eine Projektionsfläche für das nicht Darstellbare; es ist ein visuelles Ereignis, offen für Assoziationen und Deutungen. Erwin Legl ist kein Farbmaler, sein Interesse gilt dem Farbmaterial auf der Fläche, Bildräumen, Linien, Struktur und Beschaffenheit, dem Ungegenständlichen.

Erwin Legl, geb. 1954 in Kösching, aufgewachsen in Ingolstadt. Fachschule für Holzbildhauerei. Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München, Meisterschüler. Lebt und arbeitet in Hildesheim und München.



BBK – Kunstmesse
Hildesheim Art Fair
27. Oktober, 02. und 03. November 2024


• 2024 präsentiert der BBK Hildesheim zum zweiten Mal die ›hildesheim artfair‹. Wieder werden mit Malerei, Grafik, Mixed Media, Fotografie, Plastiken, Skulpturen und Objekten eine Vielzahl von Positionen zu sehen sein und Gelegenheit zu Austausch und Diskussion geben. Der Erwerb von originalen Kunstwerken soll dabei durch eine breite Spanne unterschiedlicher preislicher Größenordnungen nicht nur langjährigen Sammlern und Besserverdienenden, sondern auch Einsteigern und Interessierten mit kleinerem Geldbeutel ermöglicht werden.

Dem Bestreben des BBK Hildesheim zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses folgend wird es darüber hinaus unter dem Titel ›Junges Format‹ wiederum eine Beteiligung junger Künstler*innen geben.