PROGRAMM 2022


Kurt Baumfeld, Rolf Behme, Gabriele Klimek, Klaus Müller, Inge Thumm, Paul Wilde, Godehard Wolski
ohne Bilder – ohne Worte
13. März – 10. April 2022, 1. Etage


• Ob Worte Bilder verändern

Das Sehen und das Hören sind für die Kommunikation von elementarer Bedeutung. Der Titel der Ausstellung ist somit nicht Programm, sondern eine Anregung zur Reflexion über das Zusammenspiel von Worten und Bildern bzw. Bildern und Worten. Worte können zu Bildern, Bilder Worte werden. Welchen Einfluss haben Bilder und Worte auf unsere Wahrnehmung?


Dietrich Walther
outside of inner states
13. März – 10. April 2022, 2. Etage


• Walthers Bilderzyklus »absence« basiert auf gefundenen Fotos (meist aus dem Internet) als auch auf Schnappschuss-Portraits aus Familienalben. Er bereinigt diese von ausgewählten Bildinformationen und überträgt dieses Destillat auf die Leinwand. Seine Figuren erscheinen entwurzelt und verloren. Er verweist dabei auf etwas Nichtanwesendes – sei es u. a. ein vergangenes Ereignis, eine Person, das Bewusstsein des eigenen Werdens und der eigenen Existenz – das vom Künstler intendiert ist, aber auch Raum für Interpretationen des Betrachters freigibt.

Dietrich Walther (geb. 1959 in Wiesbaden) studierte Anglistik und Publizistik in Göttingen und Berlin. Seit Beginn der 1980er Jahre ist er künstlerisch tätig, zunächst im Bereich der Fotografie, seit Beginn der 1990er Jahre überwiegend im Medium der Malerei. Neuerdings entstehen Zeichnungen, Mixed Media Arbeiten und wieder Fotografien. Er lebt und arbeitet in Berlin und wird vertreten durch die White Square Gallery, Berlin.


Sabine Straub, David John Flynn, Ulrike von der Osten
Im Grunde nichts …
24. April – 22. Mai 2022, 1. Etage


• Ein wichtiges gemeinsames Moment in der Arbeit von David John Flynn, Sabine Straub und Ulrike von der Osten ist der Prozess der Werk- und Bildfindung. David John Flynn entwickelt aus einer Mischung von additivem und substraktivem Bildaufbau schwebende Bildräume, in deren Tiefe der Betrachter gezogen wird. Ulrike von der Osten lässt durch das Durchdringen von Farbe und Form abstrakte Farbgefüge entstehen. Ihre Flächen reagieren miteinander, überlagern sich, verschwinden. Die Bildhauerin Sabine Straub dagegen faltet aus filigranen, scheinbar unendlichen Linien großformatige Skulpturen, die wie Zeichnungen im Raum pulsierende Körper bilden.

David John Flynn, geboren 1952 in Manchester, USA lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in München; Sabine Straub, geboren 1963 in Köln, lebt und arbeitet als Bildhauerin in München; Ulrike von der Osten, geboren 1962 in Hildesheim, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Offenbach.


Dominic Sufin
Von hier an wir
24. April – 22. Mai 2022, 2. Etage


• In seiner aktuellen Ausstellung »Von hier an wir« setzt sich Dominic Sufin künstlerisch mit Themen wie »Vergänglichkeit von Erinnerungen«, »Familiengeschichten«, »Jugend und Alter« sowie »Beziehungen« auseinander. Durch die Kombination unterschiedlicher Techniken wie Siebdruck, Malerei, Radierung und Digitalprint spiegeln seine Arbeiten eine inhaltliche Vielschichtigkeit wider.

Dominic Sufin, geb. 1982, Studium Master Gestaltung an der HAWK Hildesheim, seit 2018 Berufsschullehrer für künstlerische, typografische und gestalterische Fächer.


Kiki Gebauer, Hubertus von der Goltz, Rainer Walter Gottemeier, Hans-Peter Klie, Gisela ­Schattenburg, Andreas Schmid, Frank Michael Zeidler
non plus ultra
29. Mai – 26. Juni 2022, 1. Etage


• Diese Sentenz des antiken Helden Herakles bedeutet »Bis hierher und nicht weiter«. Sie markierte am west­lichen Ausgang des Mittelmeeres einst das Ende der Welt. Heute ist sie zu einer Metapher geworden, ein Weckruf inmitten einer Welt, die umkehren muss. 

Es kann zukünftig nicht mehr um das »Beste vom Besten« gehen. Doch noch leben wir in einer Zivilisation, die auch in Coronazeiten im »Höher, Schneller, Weiter« ihre Erfüllung sucht und dabei ist, zu scheitern. Ins Heute projiziert, erweist sich der Warnspruch des Herakles als ein Zeichen drohenden Unheils. 

Mit Blick auf den Klimawandel, der ein Umdenken in allen Bereichen, in persönlichen wie in gesellschaftlichen erfordert, steht auch das Geisteslebens in einer sich manifestierenden kulturellen Krise zur Disposition. Die sieben Einzel­posi­tionen der Ausstellung setzen sich mit zukünftig zu gestaltenden Lebens- und Denkräumen auseinander, sie suchen Weltzugänge, die sich von tradierten Fortschrittsvorstellungen befreien.


Heidrun Pfalzgraf
Geflasht
29. Mai – 26. Juni 2022, 2. Etage


• Heidrun Pfalzgrafs Bilder besitzen eine fast magische Anziehungskraft. Die Künstlerin folgt in ihrem Malprozess keinem ausgeklügelten Plan. Im Gegenteil, aus ihrem schier überbordenden Fantasiefundus drängen Figurationen und Farben auf Leinwand oder Papier, verlangen nach weiteren, anderen Formen, die wiederum Neues evozieren. Jedes Bild eine ungewisse Reise in die fantastischen Formenwelten der Künstlerin. Es entstehen amorphe farbige Gebilde, die wirken, als wären ihre Bestandteile von einem unsichtbaren Magneten zufällig zusammengefügt worden. Über- und Unterlagerungen, Überschnei­dungen, netzwerkartige Verbindungen sorgen für eine verwirrende Formen- und Farbvielfalt. Und doch: Bei allem Chaos, bei aller figurativen Fülle fügt sich alles zu einer wunderbaren Ordnung. Es ist, als ob die chaotische Vielfalt durch Autofokussierung wie bei einer Kamera klare Konturen gewinnt. Magisch, geheimnisvoll, kosmisch.

(Frank L. Giesen, Galerist, Hude)

Heidrun Pfalzgraf, geb. 1954 in Karlsruhe, freischaffende Künstlerin, lebt und arbeitet in Celle und auf der Insel Fehmarn.


geätzt, geritzt, gerakelt
Druckgrafik
03. Juli – 31. Juli 2022, 1. Etage


• 2018 wurden Grafische Drucktechniken von der UNESCO ins Verzeichnis des Immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen. Seit mehr als 500 Jahren haben gedruckte Text- und Bildmedien in Europa die Kultur und Wissensgesellschaft maßgeblich geprägt und verändert. Mit Einzug der drucktechnischen Industrialisierung und später auch der digitalisierten Wissenverbreitung widmenten sich vor allem Künstler:innen der manuellen Druckgrafik. Anfang des 20. Jhds. war der Schritt vom Original zur Auflage auch ein Demokratisierungsprozess. Er machte Kunst erschwinglich.

Und heute? Je weniger greifbar unsere Welt durch die Digitalisierung erscheint, desto reizvoller der Umgang mit manuellen grafischen Techniken. Ätzen, ritzen, rakeln – walzen, drucken, prägen. Durch Mischen digitaler und analoger Techniken werden neue Spielarten und Ausdrucksmöglichkeiten erzeugt. Entwürfe entstehen im Kopf, werden am Computer geplant, die Druckplatten vielleicht mit digitalen Rasterpunkten belichtet – aber am Ende steht Handarbeit mit echter Farbe auf echtem Papier … und das Beste: Die Bildwerke verschwinden nicht, wenn der Strom ausgeht!


Thomas Kellner
flucticulus
03. Juli – 31. Juli 2022, 2. Etage


• Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit des deutschen Fotokünstler Thomas Kellner ist die intensive Beschäftigung mit Architektur. Indem sich der Künstler seit 1997 diesem Thema widmet, nimmt er zwar auf die Strömung der Dokumentarfotografie Bezug, greift aber zu sehr in das Motiv ein, um es nur als Dokumentation zu bezeichnen. Tanzend, schaukelnd und schwingend bewegen sich seine abgebildeten Objekte und brechen somit aus der klassischen Fotografie aus. In flucticulus (lat. kleine Welle) versetzt Kellner das Hafengebäude Isbjerget in Aarhus in Bewegung. Er lässt es mittels seiner Visuell analytischen Synthese schwanken, als Fotomontage an andere Orte reisen oder wortwörtlich mit Eisbergen und Wasserwellen verweben. 

In Anbetracht der Bilderflut des 21. Jahrhunderts und der digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten, kreiert der Künstler manuell Bilder, die nur noch wenig mit der Realität zu tun haben und eine neue Sicht auf die Fotokunst sowie unseren heutigen Umgang mit Bildmaterial eröffnen.


• Zum 90.Geburtstag des Künstlers treffen in der Ausstellung die für ihn so typischen Bilderzyklen auf unbekanntere Aspekte seines Werkes – wie Werbegrafiken, Plakate, Buchumschläge und auch Blei-Glasfenster. Die Dialektik des Blickes findet sich in den Arbeiten und auch der Arbeitsweise Paul Königs; Er hinterfragt und sieht die Dinge immer wieder neu. Was detailverliebt beginnt, kann grafisch-abstrakte Züge annehmen oder malerisch enden. Der in Ravensburg geborene und 2015 in Hildesheim gestorbene Künstler hat das Kulturleben Hildesheims bereichert. In der FH – heute HAWK – war er Wegbereiter und hat den Fachbereich Kommunikationsgestaltung aufgebaut. Als Dekan und Professor für Grafik hat er unzählige Studierende auf den Weg gebracht. Zahlreiche Ausstellungen belegen das Werk Paul Königs, der 14 Jahre Vorsitzender des BBK und Mitbegründer der Galerie im Stammelbach-Speicher war. In den von ihm ausgestatteten Kirchen zeugen die Kirchenfenster weiterhin von der Strahlkraft seines Schaffens.

Paul König
Begegnung – freie und angewandte Grafik
28. August – 25. September 2022, 1. Etage


• Zum 90.Geburtstag des Künstlers treffen in der Ausstellung die für ihn so typischen Bilderzyklen auf unbekanntere Aspekte seines Werkes – wie Werbegrafiken, Plakate, Buchumschläge und auch Blei-Glasfenster. Die Dialektik des Blickes findet sich in den Arbeiten und auch der Arbeitsweise Paul Königs; Er hinterfragt und sieht die Dinge immer wieder neu. Was detailverliebt beginnt, kann grafisch-abstrakte Züge annehmen oder malerisch enden. Der in Ravensburg geborene und 2015 in Hildesheim gestorbene Künstler hat das Kulturleben Hildesheims bereichert. In der FH – heute HAWK – war er Wegbereiter und hat den Fachbereich Kommunikationsgestaltung aufgebaut. Als Dekan und Professor für Grafik hat er unzählige Studierende auf den Weg gebracht. Zahlreiche Ausstellungen belegen das Werk Paul Königs, der 14 Jahre Vorsitzender des BBK und Mitbegründer der Galerie im Stammelbach-Speicher war. In den von ihm ausgestatteten Kirchen zeugen die Kirchenfenster weiterhin von der Strahlkraft seines Schaffens.


Elke Lennartz und Anna Ullrich
Streifzüge
28. August – 25. September 2022, 2. Etage


• Mit »Streifzug« kann das Gefühl des Erkundens, das Umherziehen zur Beobachtung, eine Entdeckungsreise oder auch die Darlegung kleiner Teile von persönlichen Wissensgebieten assoziiert werden. Alles Um- und Zustände, die auf die künstlerischen Auseinandersetzungen und Schaffensprozesse von Elke Lennartz und Anna Ullrich zutreffen und in denen gemeinsame thematische Schnittmengen der beiden Künstlerinnen zu finden sind. Bewegung und Verharren, Balance und Kippmoment, Beobachtung und Darlegung sind Schlüsselbegriffe mit denen die Arbeiten von Elke Lennartz sowie die Fotoserien von Anna Ullrich charakterisiert werden können. Auch wenn nur ein momentaner Zustand zu sehen ist, bleibt ein Vorher und Nachher in den Objekten und Bildern erkennbar. 

Elke Lennartz, geb. 1958 in Erkelenz, Kunststudium an der Universität Aachen bei Prof. J. Bandau, lebt und arbeitet in Hildesheim; Anna Ullrich, geb. 1979 in Hamburg, Studium an der HAWK Hildesheim, lebt und arbeitet in Hildesheim.



Keimfrei
BBK-Jahresausstellung
09. Oktober – 06. November 2022, 1. und 2. Etage


»Staunen ist der erste Schritt zur Erkenntnis« (Louis Pasteur)

• Im Jahre 2022 jährt sich das Geburtsdatum von Louis Pasteur zum 200ten Mal. Das von ihm entwickelte Verfahren ist wohl jedem geläufig – spätestens beim Einkauf im Supermarkt. So ergibt sich einerseits ein – angesichts seiner Biografie – durchaus bedenkenswerter historischer Anlass und andererseits ein Jubiläum, welches durch die Wahrnehmung der immer noch aktuellen Covid19-Pandemie geprägt ist.

Das Thema »Keimfrei« der Jahresausstellung 2022 zeigt somit vielfältige subjektive, politische aber auch ironisch-augenzwinkernde künstlerische Auseinandersetzungsmöglichkeiten auf … vom Verhindern der sauren Milch,der schwäbischen Kehrwoche, zweifelhafter wissenschaftlicher Experimente bis hin zu Impfzwang, Umgang mit Freiheitsbegriff(en) und (fehlender) Wahrnehmung gesellschaft­aktuellen Situation – um hier nur einige wenige Ansatzmöglichkeiten aufzuzeigen. Man darf gespannt sein.